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DTB
05. April 2022

Sarah Voss gewinnt das Balkenfinale von Baku

Die Kölnerin Sarah Voss hat am Sonntag beim FIG Weltcup in Baku das Finale am Schwebebalken für sich entschieden. Die 22-Jährige kam bei ihrem Vortrag auf 13,733 Zähler und steigerte sich damit im Vergleich zur Qualifikation bei gleicher D-Note (5,6) um drei Zehntelpunkte. Die Konkurrenz, die mit erheblichen Problemen zu kämpfen hatte, distanzierte die WM-Finalistin von Stuttgart 2019 damit deutlich: Die Französin Lorette Charpy erreichte als Zweite 12,966 Punkte, Vorkampfsiegerin Daniela Batrona aus der Ukraine als Dritte 12,90. 

Tokio-Olympiateilnehmerin Voss, die sehr gut durch ihr Programm kam, hatte sich bei ihrem Abgang auf eine Doppelschraube beschränkt und eine zusätzliche halbe Drehung, die ihren Ausgangswert noch um drei Zehntel erhöht hätte, weggelassen. "Sie befindet sich noch im Aufbautraining", erklärte Trainerin Shanna Poljakova, die in der Hauptstadt von Aserbaidschan mit vor Ort war und das Abschneiden ihrer Turnerin insgesamt lobte.
Diese selbst hatte "den Weltcup wirklich sehr genossen". Es habe sie sehr gefreut, wieder auf internationaler Bühne zu stehen und ihr Bestes zu geben. "Die Übung, die ich gezeigt habe, ist neu und auch schwieriger als die bei den Olympischen Spielen. Es ist noch viel Luft nach oben, aber ich freue mich sehr, dass es so gut funktioniert hat."

Bereits am Vortag war Sarah Voss am Stufenbarren mit 12,933 Punkten nur knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt. Bis zur letzten Turnerin hatte sie auf dem dritten Rang gelegen, musste dann jedoch zusehen, wie Charpy mit 13,866 Punkten noch an ihr vorbeizog und sich an die Spitze des Feldes setzte. Vor der damit viertplatzierten Deutschen belegten die beiden Niederländerinnen Naomi Visser (13,10) und Vera van Pol (12,966) die Plätze zwei und drei.  
"Ich bin sehr glücklich mit meiner Performance heute", kommentierte Voss nach dem ersten Finaltag ihren Auftritt. "Das ist ein guter Start, und ich freue mich darauf, für die nächsten Wettkämpfe an einer höheren D-Note zu arbeiten." 
Die Chemnitzerin Lea Marie Quaas, die sich ebenfalls für die Entscheidung an den beiden Holmen qualifiziert hatte, musste bei einer Riesenfelge im Kammgriff absteigen und sich mit 11,333 Punkten ganz hinten einreihen. "Sie hat mit den Füßen voher schon den Holm touchiert und ist dadurch aus dem Rhythmus gekommen", sagte Poljakova. "Aber sie hat danach sehr schön weitergeturnt, und das Finale war für sie eine super Erfahrung."

Am Sprung hatte sich die frühere DTB-Nationalturnerin Oksana Chusovitina mit 13,266 Punkten den Sieg gesichert. Die 46-Jährige, die seit 2013 wieder für ihr Heimatland Usbekistan startet, hatte ihre Entscheidung für ein Karriereende im Oktober noch einmal revidiert. 

Tom Schultze auf Platz fünf

Bei den Männern mischte Tom Schultze (SC Cottbus) am Sonntag im Finale am Sprung mit und belegte beim Sieg des Ukrainers Nazar Chepurnyi (15,016) mit 14,199 Punkten den fünften Platz. "Er hat zwei gute Sprünge absolviert", kommentierte Bundestrainer Valeri Belenki nach den beiden Durchgängen des 20-Jährigen, die mit 14,066 und 14,333 bewertet wurden. "Man kann ihn an diesem Gerät als Einzelstarter richtig gut entwickeln. Auch an Boden und Ringen können wir ihn einsetzen." Schultze sei ein Mann für die Zukunft.   

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