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Richard Dohmen
15. Januar 2019

Die „Sterne des Sports“ sind die „Oscars des Breitensports“ und werden am 22. Januar 2019 besonders hell in Berlin funkeln. Dann werden die Sieger im Gebäude der DZ BANK am Pariser Platz an Sportvereine für ihr herausragendes gesellschaftliches Engagement vergeben. Bevor die Gewinner dort bekannt gegeben werden, stellt die Bundesjury dem Publikum Persönlichkeiten aus drei der 17 für die Gold-Auszeichnung nominierten Vereine zur Wahl. 

Das Publikum ist eingeladen, aus diesen engagierten Ehrenamtlichen auszuwählen, wer den „Sterne des Sports“-Publikumspreis 2018 erhalten soll. In Zusammenarbeit mit der ARD verleihen der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Volksbanken Raiffeisenbanken diese Auszeichnung für das besondere persönliche Engagement im Sportverein.

Abgestimmt werden kann ab jederzeit online auf www.sterne-des-sports.de/abstimmung. Jede Stimme zählt - den Publikumspreis gewinnt, wer am 21. Januar 2019, 12:00 Uhr, die meisten Stimmen auf sich vereinen kann. Der Gewinner wird im ARD-Morgenmagazin am 22. Januar 2019 präsentiert und erhält eine Geldprämie von 2.000 Euro. Für Rang zwei gibt es 1.000 Euro und für den dritten Platz 500 Euro. 

Nominiert sind Andrea Harwardt vom Reitverein Integration aus Brandenburg, Martina Dorenwendt und Marco Pompe als Doppelspitze des Rehasportvereins Mühlhausen aus Thüringen und Tobias Michelsen von SAIL UNITED aus Schleswig-Holstein. Vorgestellt wurden die Nominierten mit ihren Initiativen im ARD-Morgenmagazin, in der Zeit zwischen 5:30 und 9:00 Uhr.

Alle drei Porträts stehen dann auch auf den Webseiten der ARD-Sportschau www.sportschau.de und der „Sterne des Sports” www.sterne-des-sports.de bereit.

Andrea Harwardt | Brandenburg

„TAPFER - Therapeutische Arbeit mit dem PFERd” | Reitverein Integration Ladeburg  -  Andrea Harwardt hat den Reitverein Integration 1999 gegründet. Auslöser für ihr Engagement war die Erinnerung an ihre Kindheit, in der sie gerne mit ihrem geistig und körperlich beeinträchtigten Bruder gemeinsam Freizeitaktivitäten unternommen hätte, aber keine entsprechenden Angebote fand. Schon als junger Mensch fasste sie den Entschluss, mit Pferden arbeiten zu wollen. Und dann so, dass Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam mit Pferden Spaß haben können. 

„Es ist immer wieder etwas ganz Besonderes, einem Rollstuhl fahrenden Kind in die Augen zu sehen, wenn es begreift, dass das Pferd ihm seine Beine leiht und es auf dem starken Pferderücken die Welt entdecken darf”, sagt Andrea Harwardt. „Unsere Pferde schenken den Menschen vorurteilsfrei Glücksmomente und Heilung.“ In dem Bernauer Reitverein steht das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap bei allen Aktivitäten rund um das Thema Pferdesport im Vordergrund. Bei der Initiative „TAPFER - Therapeutische Arbeit mit dem PFERd” können Menschen aller Altersgruppen neue Bewegungsmöglichkeiten für sich entdecken, die heilende Wirkung des Reitens kennenlernen und gemeinsam Spaß haben. Dabei sind auch immer mehr Kinder mit Fluchterfahrung oder aus sozial schwachen Familien.

Martina Dorenwendt und Marco Pompe | Thüringen

„Ich lebe ohne Hindernisse” | Rehasportverein Mühlhausen  -  Gemeinsam haben Martina Dorenwendt und Marco Pompe 2012 nach Räumlichkeiten gesucht, um inklusive Sportangebote anbieten zu können. Martina Dorenwendt sitzt seit ihrem 17. Lebensjahr im Rollstuhl, nachdem sie mit dem Motorrad schwer verunglückt war. Sie engagiert sich im Behinderten- und Seniorenbeirat des Unstrut-Hainich-Kreises. Marco Pompe ist seit seiner Geburt querschnittsgelähmt. Dem Sport ist er eng verbunden. Als Inklusionsbotschafter setzt er sich für Barrierefreiheit ein, als Fachwart Rollstuhlsport engagiert er sich für den Sport mit Handicap in Thüringen. 

Ihr Verein, der Rehasportverein Mühlhausen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Barrieren abzubauen: in der Lebensumgebung von Menschen und in den Köpfen. Dafür ermöglicht das Inklusionsprojekt „Ich lebe ohne Hindernisse“ (ILOH) vielfältige Aktivitäten wie Rollstuhlbasketball, Mobilitätstraining, Boccia oder Handbike-Touren. Und zwar gemeinsam für Menschen mit und ohne Handicap.

Marco Pompe beschreibt das so: „ILOH lebt den Sport durch die aktive Vielfalt jedes Einzelnen. Jeder lernt vom anderen, die Barrierefreiheit zu leben.“ Begegnungen ermöglichen durch gemeinsame Unternehmungen, das praktizieren die Mühlhausener erfolgreich im Alltag, in der Sporthalle oder bei Ausflügen. Unter ihrer Federführung schaffte es der Thüringer Landkreis Unstrut-Hainich, als eine von zehn Modellregionen für Inklusion im Sport in Deutschland anerkannt zu werden. 

 

Tobias Michelsen | Schleswig-Holstein

„Mit Wassersport - gemeinsam barrierefrei” | SAIL UNITED  -  Schon früh in seinem Leben hat Tobias Michelsen Erfahrungen mit Windsurfkursen für blinde und sehbehinderte Menschen gemacht: Als junger Windsurfer entwickelte er nachts am Strand in Kalifornien die Idee, blinde Menschen auf ein Windsurfbrett zu stellen. Gedacht, getan - und Tobias Michelsen wunderte sich nur noch, wie schnell diese das Windsurfen lernten.

Nach seiner beruflichen Karriere als Kameramann übernahm er 2016 eine Wassersportschule, die offen ist für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Handicap. Mit viel Erfolg. Inzwischen bekommt er bei seiner Arbeit Unterstützung von vielen ehrenamtlichen Helfern - nicht nur in der Wassersportschule, sondern vor allem auch bei dem Verein SAIL UNITED, den er 2015 gegründet hat und für den er selbst ehrenamtlich tätig ist. 

Bei SAIL UNITED ist man davon überzeugt, dass jeder Mensch, egal ob mit Behinderung oder ohne, windsurfen, segeln oder kiten kann. Um das zu ermöglichen, wurde die Initiative „Mit Wassersport – gemeinsam barrierefrei“ ins Leben gerufen. Die Lübecker arbeiten eng mit verschiedenen Einrichtungen zusammen, um jedem den Weg auf das Wasser zu ebnen, unabhängig davon, ob sein Handicap körperlich oder geistig ist.

In Kooperation mit Verbänden des Behindertensports, Wassersportvereinen sowie Reha-Einrichtungen werden Menschen mit und ohne Behinderungen in verschiedenen Wassersportarten unterrichtet: vom Windsurfen, Segeln, Kajakfahren bis zu Trendsportarten wie Stand Up Paddling. Nicht sportliche Höchstleistungen stehen im Vordergrund, sondern der Wille, alle teilhaben zu lassen und niemanden auszuschließen – ganz im Sinne der „Sterne des Sports“.