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12. August 2019

Fünfter Platz für die deutschen Korfballer bei WM in Südafrika

Schon vor dem letzten Spiel stand fest, dass sich Deutschland als drittbestes europäisches Team für die World Games 2021 in Birmingham in den USA qualifiziert hatte. Und mit einem klaren 16:8-Sieg über Surinam konnte die deutsche A-Nationalmannschaft das beste Ergebnis seit 20 Jahren erspielen.

Für die jungen deutschen Aktiven war es das erste große Turnier außerhalb Europas, entsprechend groß war die Aufregung vor der WM, auf die man sich intensiv ein Jahr lang vorbereitet hatte. Mit zwei leichten Gegnern und einfachen Siegen gegen Japan (37:12) und Gastgeber Südafrika (29:6) in der Gruppenphase kam das deutsche Team gut ins Turnier und  Coach Wilco van dem Bos konnte testen und experimentieren und alle Spieler und Spielerinnen erhielten Einsatzzeiten. Im entscheidenden Gruppenspiel gegen Portugal leistete man in der Abwehr zwar tolle Arbeit gegen den aggressiven Gegner, aber in der Offensive passte fast nichts. Nur 10 Treffer aus 80 Würfen auf den Korb bedeuteten, dass das Spiel 10:14 verloren ging und man als Gruppenzweiter in die Finalrunde ging. 

Damit traf die deutschen Korfballer zunächst auf Polen, das klar mit 22:9 besiegt wurde; aber im Viertelfinale war Seriensieger Niederlande der Gegner … und nach der erwarteten 9:25-Niederlage war der Traum von einer Medaille ausgeträumt. 

Als neue Ziele wurden dann Platz 5 und die Qualifikation für die World Games 2021 ausgegeben. Und der Trainer hatte seine beste Acht gefunden. Im Halbfinale, wieder gegen Portugal, gelang in einem sehr guten deutschen Spiel die Revanche für die Niederlage in der Gruppenphase. Beim 18:15-Sieg präsentierte sich die deutsche Mannschaft viel besser, der Sieg war nie in Gefahr, obwohl sich das lange Turnier ein bisschen bemerkbar machte.
Aber dank des Siegs war die Qualifikation für das nächste große Turnier, die World Games in den USA, in zwei Jahren sicher. So ging es nach einem Ruhetag ins Endspiel um Platz 5 gegen Surinam, den Südamerika-Vertreter.

Gegen dieses Team hatten die Deutschen Testspiele vor der WM bestritten und jeweils knapp verloren; dazu muss man wissen, dass die meisten der Südamerikaner in den Niederlanden leben und dort Korfball auf hohem Niveau spielen. Trainer van den Bos vertraute den gleichen acht Aktiven, die gegen Portugal den Sieg errungen hatten: Jana Kierdorf, Steffen Heppekausen (beide TuS Schildgen), Anna Orth, Dominic Dürunf, Timon Orth (alle SG Pegasus), Lea Sander (KV Adler Rauxel) und Anna Schulte und Pascal Demuth (Schweriner KC).

Zunächst fand man langsam ins Spiel; beide Teams agierten mit einer starken Defensive, sodass es nach 10 Minuten nur 1:2 aus deutscher Sicht stand. Dann aber kamen die starken 10 Minuten vor allem von Steffen Heppekausen, der laut den Kommentatoren einen „super job“ machte. Mit vier Treffern in drei Minuten legte er den Grundstein zum Sieg. Zur Halbzeit lag das deutsche Team mit 8:6 vorne und ließ auch im dritten Viertel mit einer starken Defensive dem Team aus Surinam keine Chance: 11:6 stand es nach 30 Minuten. Damit konnte man locker ins die letzten 10 Minuten gehen, legte noch einmal nach zu einem sicheren 14:6-Vorsprung. Danach wechselte Wilco van den Bos durch und gab allen Aktiven noch ein paar Minuten Spielzeit. Das Endergebnis lautete 16:8.

Damit beendete das deutsche Team die WM 2019 erfolgreich auf Rang 5 und konnte trotz der Niederlage gegen Portugal zeigen, dass der zweite Platz bei der letztjährigen Europameisterschaft keine Eintagsfliege war.

Jana Kierdorf: „Es war ein tolles Ergebnis, aber auch sehr anstrengend mit sieben intensiven Spielen in zehn Tagen.“ 

Am treffsichersten waren Lea Sander (20 Treffer) und Dominik Düring (15), die genauso wie Steffen Heppekausen (13) in jedem Spiel trafen.

Der deutsche Kader

Aus den RTB-Vereinen waren dabei:
Jana Kierdorf (TuS Schildgen), 5 Treffer im Turnier
Anna Orth (SG Pegasus), 13
Johanna Peuters (SG Pegasus), 9
Steffen Heppekausen (TuS Schildgen), 13
Dominik Düring (SG Pegasus), 15 (Kapitän)
Timon Orth (SG Pegasus), 14
David Liepold (SG Pegasus, dem nächst Adler Rauxel), 10
Jan Heming (TuS Schildgen), 14
Thomas Freund (TuS Schildgen), 3

Aus WTB-Vereinen waren dabei:
Anna Schulte (Schweriner KC), 10
Lea Sander (KV Adler Rauxel), 20
Pascal Demuth (Schweriner KC), 3
Johanna Gnutt (Schweiner KC), 5
Johanna Treffts (KV Adler Rauxel), 3
Lea Witthaus (Schweiner KC), 4

Coach Wilco van den Bos (NL, TuS Schildgen).

Außerdem gehören die Physios Tobias Kehlenbach und Dominik Werthmann und Teammanager Jochen Schittkowski zum deutschen Team.

Für einen Teil der Mannschaft geht es nun zurück nach Deutschland in Beruf oder Studium; andere haben noch ein paar Tage Urlaub und wollen Südaftike außerhalb von Durban kennenlernen. Die neue Saison startet dann Mitte September.

Gesamtergebnis der WM

1. NL
2. Belgien.
3./4. China oder Chinese Taipei
5. Deutschland
6. Surinam 
7. Tschechien
8. Portugal
9 .Hong Kong
10. Neuseeland …
Insgesamt waren 20 Teams dabei.