DTL-Finale Männer; Foto: picture alliance

Kim Bui; Foto: picture alliance

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 01.12.2017

Rubrik: Startseite, Gerätturnen weiblich, Gerätturnen männlich -

 

DTL-Finale verspricht Spannung

Letzter Wettkampf von Fabian Hambüchen? - KTV Straubenhardt gegen TG Saar, so lautet bei den Männern das große Finale um den Titel in der Deutschen Turnliga (DTL). Im Finale der Frauen geht der MTV Stuttgart als großer Favorit ins Rennen. 

In Andreas Bretschneider, Marcel Nguyen, Ivan Rittschik und Nils Dunkel stehen gleich vier Turner aus dem WM-Team in Reihen des fünffachen Meisters Straubenhard aus dem Schwarzwald. Hinzu kommt noch in dem Russen David Belyavsky der WM-Vierte von Montreal. Dem entgegen setzen die Saarländer vor allem eines: Teamgeist, Erfahrung und den ukrainischen Mehrkampfstar Oleg Verniaiev. Sechs von sieben Wettkampftagen führte die TG Saar die Tabelle an. Erst auf der Zielgerade wurde die Saarland-Riege vom in dieser Saison nur langsam Fahrt aufnehmenden Schwarzwaldexpress abgefangen.

Im Finale um Platz drei dreht sich alles um die fünfzehn goldenen Buchstaben des deutschen Turnens: Fabian Hambüchen. Der 30 Jahre alte Reck-Olympiasieger verpasste das Titelfinale mit seinem Klub KTV Obere Lahn knapp, will es aber im Kampf um Platz drei aber dennoch noch einmal – vielleicht sogar zum letzten Mal – wissen. Denn auf eine Garantie, dass er auch in der kommenden Saison noch turnt, wollte er sich bislang nicht einlassen. «Ich muss schauen, was für meine Zukunft am besten ist», sagte er unlängst der Oberhessischen Presse. Auch der Deutschen Presse-Agentur bestätigte Hambüchen seine Gedanken für die Zukunft. «Aber erst nach dem Liga-Finale am 2. Dezember in Ludwigsburg werde ich mehr dazu sagen können», sagte Hambüchen, der unter anderem im Februar für den Fernsehsender Eurosport die Olympischen Winterspiele kommentieren wird. Doch ein Hambüchen allein macht keinen Meister. Nicht zu vergessen, dass den sympathischen Biedenkopfern mit der großen Fan-Base Lukas Dauser und Nick Klessing gleich zwei Leistungsträger verletzungsbedingt über weite Strecken der Saison fehlten.

Wie die Obere Lahn war auch Rivale MTV Stuttgart in dieser Saison oft vom Verletzungspech verfolgt. Umso beeindruckender ist die Leistung, die das «Schrumpfteam» um Kapitän Sebastian Krimmer aus dem Schwabenland über die gesamte Saison ablieferte. Die Personallage war oft derart dramatisch, dass sich die Stuttgarter Riege selbstironisch als die «Fantastischen Vier» verkaufte – die Mindestanzahl an Turnern, die es braucht, um einen Bundesligawettkampf zu bestreiten. «Am Samstag zählt es», sagte Krimmer, verbunden mit der Hoffnung, dass sein Team am Samstag sogar wieder als Quintett auftreten kann. 

Frauen-Finale: Stuttgart - oder wer?

Als Serienmeister ist MTV Stuttgart dagegen der hohe Favorit im Finale der Frauen. An der Riege um Tabea Alt, Elisabeth Seitz und Kim Bui führte auf dem Weg zum Titel in den letzten fünf Jahren kein Weg vorbei. Unterstützt wird das Team auch diesmal von der Belgierin Dorien Motten. Etliche Qualifikationen für nationale und internationale Einsätze liegen hinter der Elite-Truppe, kein leichtes Unterfangen also. «Wir werden immer unser Bestes geben und wir hoffen, dass unser Bestes ausreicht, um den Titel zu verteidigen», sagte Trainerin Marie-Luise Probst-Hindermann.

Wenn man aber nach einem Kandidaten sucht, der die Schwaben auf dem Weg zum neunten Titel noch stoppen kann, dann die TG Karlsruhe-Söllingen. Die Badener um Leah Grießer und Emma Höfele haben zwar in Pauline Tratz ihre Gallionsfigur an die Universität in Los Angeles verloren, sich mit Olympia-Medaillengewinnerin Sophie Scheder und Weltmeisterin Pauline Schäfer aber für diese Saison vielleicht entscheidend verstärkt. Doch ob Scheder im Finale nach langer Rehazeit schon zu Höchstform auflaufen kann ist ebenso offen, wie die Anzahl der Geräte die Weltmeisterin Schäfer anbieten wird, die in dieser Woche noch einen Bundeswehrlehrgang absolvierte. Für Karlsruhes Cheftrainer Chris Lakeman ist der Kampf der besten Vier eine neue Erfahrung. «Ich bin total gespannt», sagte er. Den Fokus hat er aber nicht auf Stuttgart gelegt, sondern darauf, an jedem Gerät den bestmöglichen Job abzuliefern. «Denn am Ende des Tages wird uns die Art, wie wir uns vorbereitet haben und wie wir das dann abrufen können, genau auf den Platz bringen, den wir verdient haben», ist er sich sicher.

Wieder mit dabei ist auch die TG Mannheim. Nach sieben Jahren Finale verpasste der Klub 2016 ohne die nach Stuttgart gewechselte Elisabeth Seitz den Endkampf. Ein Jahr später meldete sich das Team um Amelie Föllinger in der Spitze der Bundesliga zurück. Neu im Bunde der Finalisten ist die TSG Steglitz. Die Berlinerinnen um Michelle Timm sind das Überraschungsteam der Saison. Die 20-Jährige Top-Scorerin der Liga hat am Wochenende mit einem fünften Platz am Sprung im Weltcup von Cottbus erneut unter Beweis gestellt, dass mit ihr zu rechnen sein wird. Die Ziele in der ersten Finalteilnahme liegen laut Timm hauptsächlich darin, sich gut zu präsentieren und keine Fehler zu machen. «Die Bronzemedaille am Ende zu gewinnen wäre für uns als Mannschaft natürlich ein Traum», sagte sie.

Weitere Infos unter deutsche-turnliga.de

 

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