Nguyen und Seitz (r.)

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DTB / rd

 23.08.2017

Rubrik: Startseite, Gerätturnen weiblich, Gerätturnen männlich -

 

WM-Quali - Kampf um die Tickets

Am 09. September entscheidet sich in der Stuttgarter SCHARRena, welche Athletin und welcher Athlet das Ticket für die Turn-Weltmeisterschaften in Montreal erhält. Bei der entscheidenden Qualifikation des DTB können bei den Frauen vier und bei den Männern sechs Startplätze vergeben werden.

73 Mitgliedsverbände des Weltturnverbandes FIG, von Algerien bis Vietnam, haben sich für die Turn-WM in Kanada angemeldet. So viele wie sonst bei keiner der jährlich ausgetragenen WM im Gerätturnen.

Der Grund ist, das Turnjahr 2017 ist ein Besonderes, steht es doch ein Jahr nach den Olympischen Spielen immer noch etwas im Zeichen der Ringe. Denn das Wertungssystem (Code de Pointage) erfährt zum Ende eines olympischen Zyklus stets grundsätzliche Veränderungen und bei vielen nationalen Teams gibt es personelle Umbrüche.

So ist auch 2017 vor allem bei den deutschen Männern ein Jahr des Umbruchs und des Lernens. Die vom 29.09. bis 08.10. ausgetragenen Titelkämpfe im kanadischen Montreal dienen daher auch dazu, jüngeren Athleten im deutschen Team Wettkampf-Erfahrung auf höchstem internationalen Niveau zu ermöglichen. Für die etablierten Athletinnen und Athleten bedeutet dieses Jahr, sich für den neuen Zyklus neu aufzustellen, neue Inhalte und somit neue Chancen zu erarbeiten. Hinzu kommt, dass es sich bei den Titelkämpfen in Kanada um eine Einzel-WM handelt und folglich kein Mannschaftswettkampf ausgetragen wird. So kann sich jede Athletin bzw. jeder Athlet auf seine eigene Leistung konzentrieren und die Besetzung des WM-Teams ist nicht primär ausgerichtet auf das Mannschaftsergebnis.

Für die deutschen Turn-Männer bedeutet dies, dass nach dem Rücktritt von Olympiasieger Fabian Hambüchen andere Gesichter das Rampenlicht und somit den Erfolg suchen werden. Ivan Rittschik, Philipp Herder, der JEM-Sieger an den Ringen Nick Klessing oder Felix Remuta sind Namen, die von Cheftrainer Andreas Hirsch in diesem Zusammenhang gehandelt werden. Hinzu kommen etablierte und erfahrene Athleten wie Marcel Nguyen, die das Gerüst des Teams bilden sollen. Andere Turner wurden auf ihrem Weg nach oben verletzungsbedingt gestoppt. Lukas Dauser gewann im Frühjahr bei der Turn-EM in Rumänien grandios Silber am Barren. Beim Internationalen Deutschen Turnfest in Berlin gewann er erstmals den Mehrkampftitel und verletzte sich dann im Gerätfinale schwer am Knie. Trotz seiner beidseitigen Schulter-OP möchte Andreas Bretschneider an seine virtuosen Leistungen am Reck anknüpfen und will sich dieser Herausforderung und Chance stellen. Für ihn wäre die WM der erste große internationale Wettkampf und die Qualifikation der wichtige Schritt zurück auf die Bühne. Dieses Schicksal teilt er mit Andreas Toba, dessen Geschichte seiner dramatischen Knieverletzung in Rio noch in den Köpfen ist. „Wir sind alle sehr gespannt, wie Andreas Toba und Andreas Bretschneider nach der Pause wieder in den Wettkampf finden werden. Ich freue mich sehr auf die Beiden und erwarte von den anderen Athleten, dass sie mit Blick auf die WM überzeugende Wettkämpfe abliefern werden“, erklärte Cheftrainer Hirsch.

Bei den Frauen sind die Veränderungen im Team seit Olympia 2016 weniger gravierend. Rücktritte gab es im erfolgreichen Team aus Rio mit Kim Bui, Tabea Alt, Pauline Schäfer, Elisabeth Seitz und Sophie Scheder glücklicherweise nicht. Allerdings musste sich die Bronze-Medaillen-Gewinnerin Scheder einer Knie-OP unterziehen und wird für die WM noch nicht zur Verfügung stehen. Auch die Olympia-Vierte Seitz kämpfte zuletzt mit Rückenbeschwerden. Gesichert ist der Auftritt der Gesamtweltcup-Siegerin Tabea Alt in Stuttgart, die sich nach einer schulisch bedingten Pause vor heimischem Publikum erstmals wieder im Wettkampf präsentieren wird. Und so blickt Cheftrainerin Ulla Koch positiv gestimmt auf die WM. „Wir werden bei der WM-Quali vier unserer Olympia-Athletinnen am Start haben und mit Michelle Timm, Leah Grießer, Sarah Voss und Amélie Föllinger haben wir weitere gute Turnerinnen in der Hinterhand. Ich hoffe, dass alle ihre Chancen möglichst optimal ausnutzen“. Für Koch dient schon die WM in Kanada zudem dazu, bereits eine schlagkräftige Mannschaft für die Titelkämpfe in Stuttgart 2019 zu formieren.

Programm

WM-Quali am 09. September 2017 in der SCHARRena Stuttgart

13.00 Uhr Hallenöffnung

14.00 Uhr Qualifikation Männer

kurze Pause

anschließend Qualifikation Frauen

ca. 18.30 Uhr Veranstaltungsende

Tickets

Tickets und weitere Informationen gibt es beim DTB und unter www.stuttgart2019.de/wm-quali 

 

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