09.06.2017

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Schulunterkünfte - Schlafen, wo sonst gelernt wird

Inzwischen ist es eine gemütliche Tradition des Turnfestes und dessen Teilnehmer, sich in Schulen einzuquartieren und sich dort von der stressigen und überfüllten Turnfestwelt zu erholen. Beim Turnfest 2017 sind die Teilnehmer in mehr als 200 Schulen in ganz Berlin, von alt bis neu und groß bis klein, untergebracht- Ist das eine Erholung?

Gesellige Traditionen hin oder her, sind wir mal ehrlich, ein schlechtes Los bei der Übernachtung in den Schulen hat jeder schon einmal gezogen. Da lag man in staubigen DDR-Plattenbauten oder in vollen, riesigen Betonklötzen mit mehr Mitbewohnern als üblicherweise Schülern. Nun stellt sich die Frage, was Berlin aus den letzten vier Turnfesten gelernt und an den Schulübernachtungen verbessert hat. Der Fairness halber gibt man zu: Mühe geben sich die Berliner Vereine und Schulen. Zum Frühstück gibt in den meisten Schulen ein breites Angebot an Dingen, die man auch gerne zuhause isst. Die tapferen Besucher können mehr als Aufbackbrötchen und Kaffee von der Tanke erwarten, all die freundlichen Frühstückshelfer bereiten schon ab halb Fünf Uhr morgens die Mahlzeiten zu. Die meisten Schulen sind auch so schon rund um die Uhr am Empfang besetzt, Fragen und Anmerkungen sind hier willkommen. Sanitäre Anlagen sind ausgeschildert, Infos über nahgelegene Spots in der Umgebung gegeben. Weiterhin droht der ein oder andere harte Boden aber Vielen, schlaflose Nächte zu bereiten.

„Ich mag die gemeinschaftliche Atmosphäre in den Schulen. Manchmal sitzen Leute auch noch spät in der Nacht auf den Gängen und man fängt an, sich zu unterhalten oder gemeinsam etwas zu trinken“, erzählt Claudia aus Friedberg. „Jeder ist freundlich und quatscht einen mal eben von der Seite an“, fügt die 12jährige Nele hinzu. Viele Turnfestteilnehmer erfreuen sich an der Atmosphäre in den Schulen, das Turnen verbindet, das spürt man, sagen sie.  Manch anderer findet die Atmosphäre zwar toll, möchte aber trotzdem lieber alleine oder nur in kleinen Grüppchen schlafen.

Die Ansichten sind verschieden, aber letztendlich freut sich doch jeder, der lieber ein Hotel genossen hätte, über neu geknüpfte Kontakte und Unterhaltungen auf den Gängen nachts um drei. Und, nebenbei gesagt, haben die Teilnehmer des Turnfests sowieso keine Wahl. Hotels werden auch in Zukunft kein Teil des Turnfests und nicht in den Teilnehmerbeitrag einbegriffen sein. Das wäre zu teuer und die erforderten Kapazitäten zu hoch - selbst für den Berliner Hotellerie.

Vielleicht ist es also der Zwang oder einfach das Turnfest selbst, das die Leute zu guter Laune und einer tollen, gemeinschaftlichen Atmosphäre bewegt. Viele halten die Schulübernachtungen aber für eine tolle Tradition, und wer findet es nicht spannend, Dinge zu tun, weswegen man die Schule normalerweise schnellstens verlassen müsste…

 

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