07.06.2017

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Bunte Stadiongala ist Turnen pur

Abschied von Fabian Hambüchen. - Die Teamgefährten trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Hau rein, Fabi!", als sie bei der Stadiongala Fabian Hambüchen Adieu sagten. Zuvor wurde der Reck-Olympiasieger bei seiner Stadionrunde im Cabrio begeistert gefeiert. "Solch eine Kulisse ist außerhalb des Fußballs ganz selten zu sehen. Das ist ein phänomenaler Moment", sagte Hambüchen, von Emotionen überwältigt und den Tränen nah und verwies Spekulationen über ein Comeback in den Bereich der "Gerüchte": "Ich habe als Olympiasieger alles erreicht."

Vieles lässt sich planen - das Wetter nicht. So sorgte ein Wolkenbruch am Dienstagabend dafür, dass zahlreiche Turnfestteilnehmer patschnass zur Stadiongala erschienen. Doch schnell waren die Kleider wieder getrocknet, denn die bunte Show auf dem Rasen und den beweglichen Bühnen versetzte die 55 000 Zuschauer im Olympiastadion nicht nur in beste Laune, sondern entfachte eine wahre Tanz- und Jubelparty auf den Rängen.

Bei einer Reise per Doppeldeckerbus durch die Turnfeststadt Berlin präsentierte sich die gesamte Palette der turnerischen Vielfalt: von träumenden Kindern ging es über akrobatische Höchstschwierigkeiten auf schnell auf- und abgebauten Airtracks und graziler Gymnastik zu Trendsportarten wie Rope Skipping oder BMX. Es gab eine Menge Berliner Luft zu schnuppern, aber auch Internationales wie die eindrucksvolle Performance des letzten Weltgymnaestrada-Gastgebers Finnland, der einen riesigen weißen Schwan auf den Rasen zauberte. Das wollte sich selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht entgehen lassen. "Ganz Berlin ist seit drei Tagen im Turnfestfieber", erklärte sie bei ihrer Rede. "Bei echtem Fieber hofft man, dass es schnell vorbei ist. Doch wenn einen das Turnfestfieber packt, kann es nicht lange genug gehen."

Die Kanzlerin ist offenbar ebenfalls nicht immun, denn auch sie blieb noch lange dabei an diesem Abend, der kurz vor dem Ende seinen emotionalen Höhepunkt erlebte. Reckolympiasieger Fabian Hambüchen wurde im Beisein des gesamten Rio-Teams von der Weltbühne des Turnens verabschiedet. Aus einem quietschgelben Cabrio heraus, das sein Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen steuerte, heizte der ehemalige Welt- und Europameister bei einer Ehrenrunde seine Fans an. Dann, nachdem die Szenen von Brasilien noch einmal über die großen Leinwände gelaufen waren, zeigte sich der 29-Jährige überwältigt von der "phänomenalen" Stimmung im Rund. "Ich bin froh und dankbar, diese ganzen Jahre erlebt zu haben", sagte der Turnstar und bedankte sich bei all seinen Weggefährten.

Kurz darauf gab es kein Halten mehr, ging die glanzvolle Gala mit einem riesigen Feuerwerk zu Ende. Sie machte wirklich Lust auf mehr.

 

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